Erste Hilfe Aktuell AKW Unfall Japan - Jodtabletten

Unfall AKW Japan, Jodtabletten

Der Atomunfall im AKW Fukushima in Japan veranlasst viele Schweizer zu vorbeugenden Einnahme von Jodtabletten. Deutlich warnen Ärzte und Apotheker, denn die Einnahme kann andere Gesundheitsschäden verursachen.

Viele Schweizer decken sich aktuell mit Jodtabletten ein, um drohenden Strahlenschäden vorzubeugen, falls Radioaktivität auch die Schweiz erreichen sollte. Herkömmliche Präparate aus der Apotheke bieten jedoch keinen umfassenden Schutz!

Jod für die Schilddrüse:

Vor Radioaktivität und ihren dramatischen Folgen für die Gesundheit schützen keine Pillen. Mit einer Ausnahme: Jodtabletten(Kaliumiodid) können durch Strahlung ausgelösten Schilddrüsenerkrankungen verhindern. Als Spaltprodukte fallen durch einen atomaren Unfall auch das radioaktive Jod-131 und Jod-133 an. Über Atemluft und Nahrung nimmt der Körper diese Stoffe auf,  sie gelangen ins Blut und die Schilddrüse fischt sie heraus. Denn das Organ unterscheidet nicht zwischen harmlosem und radioaktivem Jod. Die strahlende Variante des Spurenelements kann aber nicht nur Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse auslösen, sondern auch Krebs. Ist das Organ jedoch bereits mit unverstrahltem Jod gesättigt (Jodblockade), nimmt es das gefährliche Jod nicht mehr auf und Folgeschäden der Schilddrüse bleiben meist aus. Werden die Jodtabletten jedoch zu früh oder zu spät eingenommen, sind sie wirkungslos.

Jodtabletten aus der Apotheke:

In der Schweiz verzeichnen Apotheken eine starke Nachfrage nach Jodtabletten, weil viele Bürger sich bereits jetzt vor Strahlenschäden schützen wollen – egal, ob durch Fallout aus Japan oder einen Reaktorunfall in Europa. „Völliger Unsinn“, erklärt Edmund Lengfelder, Strahlenbiologe und Leiter des Otto-Hug-Strahleninstituts. Denn meist enthalten die in Apotheken und Drogerien verkauften Jodprodukte nur 100 bis 150 Mikrogramm des Spurenelements. Die medizinisch wirksame Dosis zur Jodblockade der Schilddrüse beträgt jedoch 50 bis 100 Milligramm, also das Tausendfache. Diese Mengen können bei älteren oder kranken Menschen, insbesondere bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen, starke Nebenwirkungen auslösen. Deshalb wird von der Einnahme dringend abgeraten, wenn tatsächlich keine starke radioaktive Belastung zu erwarten ist. In der Schweiz und in Europa gibt es auch derzeit keinen Grund, diese hochdosierten Medikamente zu schlucken. In Japan wurden inzwischen in den gefährdeten Gebieten Jodtabletten an die Bevölkerung verteilt.

Kaliumiodidtabletten 65mg in der Schweiz:

In der Schweiz unterliegen Kernkraftwerke strengen Vorschriften und müssen unter anderem auch Kaliumiodidtabletten zentral und dezentral für die Bevölkerung bereit stellen. Bereits in der Vergangenheit wurden im Umkreis von 20Km rund um die Kernkraftwerke Jodtabletten an Haushalte und Betriebe abgegeben. Im tatsächlichen Ernstfall, der in der Schweiz im Moment absolut nicht zu erwarten ist, wird über Radio und Fernsehen darüber informiert, wie sie sich am besten verhalten und wo sie ihre Kaliumiodidtabletten erhalten.

Aktuelle Strahlenwerte

24. März 2011 10:00 Uhr
Bedingt durch die gute Wetterlage ist nicht damit zu rechnen, dass sich die Strahlenbelastung durch den Unfall im AKW Fukushima,  Japan die nächsten Tage verschlechtert. Das BAG(Bundesamt für Gesundheit) veröffentlicht die aktuellen Messungen zur Strahlenbelastung in Ihrer Region. 

Weitere Informationen erhalten Sie auf Kaliumiodid

Generelle Informationen vom Bund betreffend Radioaktivität 

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